Wildpflanzen sammeln im März

Wildpflanzen sammeln im März

Wenn die Natur den Turbo zündet

„Veronika, der Lenz ist da, die Mädchen singen tralala“, wie die Comedian Harmonists schon 1928 sangen. Das macht doch richtig Lust auf Frühling.

Früher nannte man den März auch den „Lenz“. Es ist die Zeit, in der die Erde wieder zu atmen beginnt. Wenn du im Wald unterwegs bist, kannst du den typischen März-Duft riechen: Eine Mischung aus feuchter Erde, aufbrechenden Knospen und der ersten Wärme, die den Boden lockert und die Mikroorganismen weckt. Der März ermutigt uns, die Winterstarre abzuschütteln und mit unbändiger Kraft alles auf Anfang zu setzen.

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Bärlauch im Wald
Schaumkraut
Veilchen

Die Erde atmet auf: der Duft des März

Warum duftet der März so unverwechselbar?
Wenn die Sonne den Boden erwärmt und die Mikroorganismen nach dem Frost wieder aktiv werden, setzen sie den Stoff Geosmin (ein natürlich vorkommender, flüchtiger Alkohol, der für den typischen Geruch verantwortlich ist) frei. Dieser erdig-frische Duft signalisiert uns: Der Winter ist vorbei, der Boden atmet auf und macht sich bereit für die neue Saat.

Die Kraft der Knospen (Gemmotherapie)

Bevor der Wald sein grünes Kleid anlegt, passiert da oben in den Zweigen etwas Magisches. In jeder einzelnen Knospe schlummert ein winziges Universum – die geballte Lebensenergie und der gesamte „Bauplan“ der künftigen Pflanze sind hier auf engstem Raum komprimiert.

Wenn du jetzt die herrlich harzigen Spitzen der Pappel oder die schwellenden Knospen der Kirsche entdeckst, spürst du diesen Drang nach Leben förmlich. Im März ist genau die richtige Zeit für diese kleinen „Kraftpakete“: Sie stecken voller wertvoller Vitalstoffe, die uns helfen, nach dem Winterschlaf wieder richtig in Fahrt zu kommen. Es ist, als würden wir die unbändige Frühlingsenergie der Bäume direkt anzapfen. (REZEPT: Aromatischer 4-Stunden-Milchreis mit Pappelknospen)

Der „grüne Rausch“ beginnt.

Der absolute Star ist jetzt der Bärlauch, der den Waldboden in ein sattes Grün taucht und die Luft mit seinem unverwechselbaren, würzigen Duft erfüllt. Wenn du jetzt sammelst, erntest du die Blätter im perfekten Moment: Sie sind noch wunderbar zart und stecken voller wilder Bärenkräfte, die deinen Körper nach dem Winter sanft wachküssen. Es ist die pure Lebenskraft, direkt aus dem Wald.

Man sagt, dass der Name sich von der Beobachtung ableitete, dass Braunbären nach ihrem Winterschlaf mit Vorliebe Bärlauch fressen.

Begleitet wird er vom Scharbockskraut, unserer wichtigsten Vitamin-C-Quelle nach dem Winter. Die jungen Blätter, vor der Blüte geerntet, gelten als extrem vitaminreich und enthalten mehr als doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen. Es war früher ein klassisches Mittel gegen Skorbut (Vitamin-C-Mangel) im Frühjahr.

Seine glänzenden, herzförmigen Blätter leuchten uns jetzt überall entgegen. Aber denk an unsere goldene Sammlerregel: Genieße das Scharbockskraut nur, solange du noch keine gelbe Blüte entdeckst. Danach wird er leicht giftig.

Dein wilder Frühjahrsputz

Der März lädt uns ein, die Winterstarre abzuschütteln. Früher nannte man diese Zeit den „Lenz“ – eine Phase des Reinigens, sowohl im Haus als auch im Körper. Die ersten Wildkräuter wie die Brennnessel oder der Birkensaft (der jetzt in den Stämmen aufsteigt) unterstützen uns dabei, den Stoffwechsel anzukurbeln. Es ist die perfekte Zeit, um Ballast abzuwerfen und mit der unbändigen Kraft der Natur neu durchzustarten.

Huflattichblüte
Lungenkraut mit Blüten
Kornelkirsche mit Blüten

Das Universum im Gleichgewicht: die Tagundnachtgleiche

Das größte Ereignis im März findet weit über unseren Köpfen statt. Um den 20. März herum erreicht die Sonne den Himmelsäquator. Es ist die Frühlings-Tagundnachtgleiche (Äquinoktium).

An diesem Tag sind Licht und Dunkelheit weltweit genau im Gleichgewicht. Doch das eigentliche Wunder des März ist die Dynamik: In keinem anderen Monat nimmt die Tageslänge so schnell zu. Wir gewinnen täglich minutenweise kostbares Licht zurück, was den Stoffwechsel von Pflanzen, Tieren und auch uns Menschen massiv ankurbelt.

Große Wanderungen und erste Tänze

In der Tierwelt ist der März die Zeit der großen Aufbrüche. Sobald die Nächte frostfrei bleiben und der erste milde Regen fällt, beginnen Erdkröten und Molche ihre beeindruckende Wanderung zu den Laichgewässern.

Gleichzeitig füllt sich der Himmel mit der uralten Melodie des Frühlings, wenn Feldlerchen und Kraniche aus dem Süden zurückkehren.

Zitronenfalter nutzen die erste kräftige Märzsonne für ihren Hochzeitsflug und flattern wie leuchtend gelbe Farbtupfer durch die Lüfte.

Hopfensprossen
weiße Taubnessel mit Blüten
Kirschknospen am Zweig

Diese Wildpflanzen kannst du im März sammeln

Blüten, Samen, Wurzeln und frisch ausgetriebene Pflanzenteile

Deine Erfolgsquote hängt davon ab, in welcher Region du wohnst, wie das Wetter war und ist. Und natürlich auch, ob du an den richtigen Orten suchst. Welche Teile der Wildpflanzen sind gerade jetzt voller Wirkstoffe? Blätter, Blüten, Früchte oder Wurzeln? Damit dir nichts entgeht, habe ich einen Sammelkalender zusammengestellt. Melde dich gern an zu meinem Newsletter WILDE POST und du bekommst jeden Monat den aktuellen Kalender zum Download.

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