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Maibowle – Waldmeister eisgekühlt

Frühling | Sommer

Waldmeisterbowle eisgekühlt

Waldmeistertrank

Auf das Getränk freu ich mich das ganze Jahr. Denn der natürliche Geschmack des Waldmeisters, ist mit keiner künstlich nachgebastelten Variante zu vergleichen. Schon Wochen vorher hab ich das Bild im Kopf – ich sitz auf meinem Balkon, die Sonne geht langsam unter, das kühle Glas in meiner Hand und der Waldmeisterduft krabbelt in meine Nase.

 

Und dann der erste Schluck… Dann MUSS ich meine Augen schließen und den Trank langsam meine Kehle runterfließen lassen. Oh Mann, da läuft mir beim Schreiben das Wasser im Mund zusammen 🙂

 

Das typische Waldmeisteraroma entsteht, wenn die Blätter anwelken. Dann bildet sich das Cumarin, was man auch in Cassia-Zimt, Tonkabohnen und Steinkleekraut findet.


Neben dem Cumarin schenken einige Blätter von Walderdbeeren, Gundermann und schwarzer Johannisbeere dem Wein das besondere zart-würzige Aroma. (gesehen bei psychotropicon)
Mit ein paar gefrorenen Himbeeren ist das der perfekte Genuß an sommerlichen Tagen.
Also Füße hoch und den Abend ausklingen lassen…

Man nehme
  • 30 g Waldmeisterblüten und -blätter
  • 20 g Walderdbeerblätter
  • 10 g Blätter der Schwarzen Johannisbeere
  • 10 g Blätter der Gundelrebe
  • 150 g Puderzucker
  • 3 Flaschen guter Weißwein
  • einige Himbeeren (gefroren, kühlen den Wein zusätzlich)

Cumarin ist ein natürlicher Aroma- und Duftstoff, den man z.B. auch in „Cassia-Zimt“, Tonka-Bohnen und Steinkleekraut findet.

Wildkräuter für Maibowle
Blätter von Waldmeister, schwarzer Johannisbeere, Gundermann und Walderdbeerblätter
So geht's
  • Waldmeister eine Weile an einem schattigen Ort anwelken lassen, dadurch entsteht das typische Cumarin-Aroma
  • erwärme eine große Porzellan- oder Glasschüssel
  • gebe die Pflanzenteile in die Schüssel
  • bestreue alles mit 150g Puderzucker
  • 2 – 3 Stunden zugedeckt ziehen lassen
  • den Weißwein darübergießen
  • 20 – 30 Minuten ziehen lassen
  • abseihen und in saubere Flaschen füllen
Wildkräuter in Puderzucker
Wildkräuterblätter mit Puderzucker bedeckt

Grüner Rausch

Um den Waldgeistern noch näher zu sein, braute man früher aus Waldmeister berauschende Getränke. Er ist ein Stimmungsaufheller, wirkt beruhigend und kann, in Maßen genossen, Kopfschmerzen vertreiben.

 

Zu viel von Cumarin macht aber Kopfschmerzen und kann Leberschäden verursachen. Also lieber in Maßen genießen.

Den Cumaringehalt kannst du mit dem Cumarinrechner von Ruben Neideck ganz leicht bestimmen.

Waldmeister

Der hübsche, zarte Waldmeister

… breitet sich wie kleine Teppiche in schattigen Bereichen des Waldes aus, am liebsten in Buchen- und Laubmischwäldern. Obwohl ich mir unter einem WaldMEISTER was ganz anderes vorstelle, aber das nur am Rande.

Der ursprüngliche, lateinische Name „matri sylva“, mit WALDMUTTER übersetzt, trifft das schon eher und läßt die damalige Bedeutung erahnen, die von der behütenden und weiblichen Kraft der Pflanze erzählt.

WALDMEISTER

Waldmeisterlein, Waldmeister,
in grünen Schleiern feierlich
umschweben und umweben dich
des Waldes gute Geister.

 

Liebmütterlich geborgen,
trägst du dein Silberkrönlein klar
wie eine Braut im seidnen Haar
den Kranz am Hochzeitmorgen.

 

Sieh, aller Würzen Frische
sogst du in dich aus dunklem Grund,
und selig haucht dein Blütenmund
in jede Rankennische.

 

Waldmeisterlein, Waldmeister,
in grünen Schleiern feierlich
umschweben und umweben dich
des Waldes gute Geister.

 

Fridolin Hofer

Wenn du mehr auf Blütenweine stehst, ist Rose küsst Robinie vielleicht was für dich.

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HINWEIS Für meine Rezepte habe ich sorgfältig recherchiert, dennoch ohne Gewähr.
Hast du Gesundheitsbeschwerden sprich bitte mit deinem Arzt. Der Einsatz von Wildkräutern ersetzt keinen Arztbesuch. Allergiker, Schwangere und Kinder die Verwendung gfls. vor dem Verzehr abklären.
Wenn du meine Rezepte nachkochst, machst du das auf eigene Gefahr!